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VIRVARIUS

 

2012-2014 Konzeption, Projektantrag & Projektmanagment Bianca Ott Fotografische Umsetzung in Gottlieben gemeinsam mit Jens Winkler

 

Bilder die die Ausstellungssituation im Hotel Drachenburg in Gottlieben zeigen

 

Unterstützt durch die Abteilung Kultur Basel-Stadt

Ausgangslage war eine Gruppenausstellung, die im Hotel Drachenburg in Gottlieben (nähe Konstanz/Kreuzlingen) vom 21.-30.3.2014 stattgefunden hat. Verschiedene Kunst- und Kulturschaffende aus der Schweiz wurden von Dagmar Reichert, Cécile Hummel und Andrea Saemann eingeladen, an diesem speziellen Ort Arbeiten zu entwickeln und auszustellen.

 

Inspiriert durch die individuell gestalteten Zimmer des Hotels, wollte ich acht verschiedene Männer in ausgesuchten Zimmern inszenieren und fotografieren. Das Ziel sind Gehaltvolle, intime Bilder mit narrativem Moment. Entstanden sind die Bilder bei einem zweitägigen Shooting in Gottlieben Anfang März 2014.

Themen und Fragen, die in diesem Zusammenhang angesprochen werden, sind beispielsweise der Blick einer weiblichen Künstlerin auf Männer.oder was geschieht mit einem Mann, wenn er den Blicken einer Voyeurin ausgeliefert ist? Gelingt es, sehr persönliche und intime Momente heraufzubeschwören und diese dann sichtbar werden zu lassen? Der Protagonist soll selbstbestimmt agieren dürfen.

So besteht Möglichkeit eigenen Gedanken und Interpretationsformen einfliessen zu lassen.

Die Rolle der Künstlerin und des Fotografen entspricht der eines Regisseurs und Beobachters,

die auf subtile Weise Einfluss nehmen.

 

Angeregt durch die einzigartigen und total verschieden gestalteten Zimmer des Hotels Drachenburg, interessiert mich insbesondere die Geschichte die in solchen Räumen steckt und die der Menschen die sie temporär bewohnen. Normalerweise setze ich mich selbst in Szene, wie beispielweise bei den Dea Artis Arbeiten: Einmal im Surbtal im Aargau und der Diplomarbeit in Basel oder den sehr konfrontativen und persönlichen Performances (wie skamo oder twîfla).

 

Doch hier ist der Antrieb ein anderer. Acht Männer verschiedenen Alters sind die Protagonisten für dieses Kunstprojekt. Jeder geprägt durch seine Persönlichkeit, seine Biografie und daraus resultierend seine äussere Erscheinung. In Zusammenarbeit mit den ausgesuchten Modellen sollen persönliche Momente entstehen. Die Herren werden in einem individuell hergerichteten Raum fotografiert und sollen auf diese Weise ihren optimalen Ausdruck finden. Jedes Zimmer ist ein Unikat. Die Möbel, Tapeten und Stoffe mit Leidenschaft gesammelt und bis ins kleinste Detail sorgfältig ausgewählt. Eine Reise durch Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte. Faszinierend sind die Geschichten die in den Räumen mitschwingen.

 

Wer war hier schon zu Gast? Wie war diese Person? Was hat sie bewegt und interessiert? Wieso hat sie sich genau dieses oder jenes Zimmer ausgewählt um dort zu verweilen? Welche Pläne wurden geschmiedet oder welche Hoffnungen zerschlagen? Es ist nicht zu leugnen, dass auch eine gewisse Melancholie in der Luft liegt, man denkt an die Vergangenheit und blickt ungewiss in die Zukunft. Man spürt irgendwie, dass die Hoch-Zeit dieser Institution schon läger vorbei ist. Ein Augenblick, eine Momentaufnahme soll entstehen,

als Zeitzeugnis, als stummer Beobachter der so viel zu erzählen hat.

 

Das Konzept wurde während zwei Jahren von Bianca Ott erarbeitet und dann gemeinsam mit dem Fotografen Jens Winkler in Gottlieben realisiert.

 

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